Sonntag, 17. Juli 2011

Aus dem Archiv: Xpadder for "Gamepadder" Test (für MePlaying)

Da es MePlaying.de leider nicht mehr so in seiner alten Form gibt, veröffentliche ich hier ein paar meiner persönlichen Highlights von mir aus der Zeit im Meplaying Team. Fehlende Bilder und andere Medien in den Beiträgen versuche ich so gut wie möglich zu ersetzen. Danke vor allem an Dom (@NoGoSoul) und  Marco (@Maggolive) für diese schöne Zeit im Team!

Früher war alles anders… Da wurde der PC meistens am mit gekauften Monitor und das Notebook am bereits dran installierten Bildschirm betrieben und mit Maus und Tastatur bedient. Doch das hat sich längst geändert und in Zeiten wo PCs im Wohnzimmer als Multimediacenter dienen und am großen HDTV angeschlossen sind ändern sich auch die Bedürfnisse der Nutzer.

Viele Gamer nutzen jetzt den TV als Monitor zum zocken und um noch mehr Komfort und Konsolenfeeling reinzubringen darf natürlich ein Gamepad/Controller nicht fehlen. Da quasi jeder PS3 und XBOX 360 Controller (Wireless Versionen nur mit PC/Bluetooth Adapter) am PC funktioniert ist die Einstiegshürde natürlich klein.

Aber es gibt zwei “Komfort Killer” die einem das spielen mit Gamepad am großen HDTV vermiesen. Zum einen wäre da das noch immer nicht jedes PC Spiel einen nativen Controller Support enthält. Ein prominentes Beispiel dafür ist da leider der auch für beide Next Gen Konsolen erschienene Ego-Shooter Bioshock 2. Das zweite Problem ist das man bis zum Spielstart in Windows mit Maus und Tastatur navigieren muss, was diese Peripherie am Wohnzimmertisch somit unverzichtbar macht.


Um das zu umgehen gibt es ein wirkliches geniales Tool für Windows. Dieses nennt sich Xpadder und die Funktionsweise ist schnell erklärt. Es simuliert die Tastatur und Maus auf einem Gamepad. Die funktionsweise ist dabei so einfach wie auch genial. Xpadder für 7€ shoppen, runterladen & installieren und Controller nach belieben konfigurieren. Es wird jedes Gamepad unterstützt das als solches auch unter Windows gefunden und installiert wurde.

Etwas kompliziert gestaltet sich die Ersteinrichtung durch die fehlenden Schemenhaften Abbildungen der Controller die wahrscheinlich aus Lizenzgründen weggelassen wurden. Nach etwas suchen findet man diese aber hier im xPadder Forum. Ist das passende Schema trotzdem nicht vorhanden kann man sich auch selber eins zeichnen.


Wie schon erwähnt sind die Einstellungsmöglichkeiten schier unendlich und auch wenn das wirklich billig aussehende Userinterface keinen Schönheitspreis gewinnen würde so ist Xpadder trotzdem meistens einfach und logisch zu bedienen. Quasi jeden Maus- und Tastaturbefehl kann auf die Gamepad Buttons und Sticks legen. Das Prinzip ist dabei recht simpel. Nach dem anklicken des zu belegenden Buttons auf dem Schema mit der Maus öffnet sich ein weiteres Schema mit einer virtuellen Tastatur und Maus über das man dann auswählen kann welche Tasten- und Mausbefehle der ausgewählte Gamepad Button bekommen soll.


Dies wird dann so lange wiederholt bis alle Buttons nach eigenen Wünschen eingerichtet sind. Zusätzlich zu den normalen Befehlen gibt es auch bereits voreingestellte Komplettbefehle wie die Mauszeigerbewegungsabläufe für die Analogsticks sowie Multimediazusatztasten wie zum Beispiel Play, Stop, Vor, Zurück, Lauter und Leiser. Ein Programmstart mit Windows ist auch möglich. Bei Triggertasten und Sticks am Controller kann man zusätzlich noch weitere Profieinstellungen wie eine Deadzone und die Empfindlichkeit verändern. Da abspeichern von mehreren Profilen für einen oder mehrere Controller ist ohne Probleme möglich.


Den Praxistest besteht Xpadder bis auf ein paar Ausnahmen gut. Einmal richtig für Spiel eingestellt lässt sich zum Beispiel das bereits erwähnte Bioshock 2 fast so komfortabel auf dem PC wie auf der Konsole mit dem XBOX 360 Controller steuern (sofern man bei einem Ego-Shooter überhaupt möchte). Das steuern in Windows ist ein Traum. Endlich von der Couch aus ohne Maus und Tastatur alle Multimediaanwendungen bedienen und Programme sowie Games starten.

Der einzige und größte Hacken bei der Sache sind aber vor allem die PC Spiele die über einen nativen Controller Support verfügen und diesen In-Game parallel zur Maus und Tastatur Steuerung laufen lassen. Denn ist das der Fall bedeutet jede Eingabe am Gamepad für das Spiel einen Doppeltbefehl. In diesem Fall muss man Xpadder vor Spielstart deaktivieren da es leider keine Einstellungsmöglichkeit dafür gibt das die Software das für einen übernimmt.


Fazit:

Xpadder macht genau das was sich viele schon seit Jahren wünschen. Eine in Windows von Microsoft eingebaute Funktion um mit dem Controller das Betriebssystem steuern zu können. Das kann Xpadder ohne Einschränkungen und mit sehr vielen Konfigurationsmöglichkeiten sehr gut. Zusätzlich bietet die Software die Möglichkeit, Spiele die von Haus aus keinen eingebauten Controllersupport besitzen, diesen mit Xpadder nachzurüsten zu können. Kleinere Kompatibilitätsprobleme die vereinzelt in Spielen auftreten können, die aber stark vom Spiel abhängig sind muss man dabei aber leider in Kauf nehmen. Trotzdem ist für mich Xpadder vom Preis-/Leistungsverhältnis für gerade mal 7€ eine klare Kaufempfehlung.

Quelle/Link: Xpadder Homepage